Das Museum öffnet sich für alle

BZ-Artikel vom Mittwoch, 20.08.25, mit freundlicher Genehmigung der Buchloer Zeitung

Das Museum öffnet sich für alle

Nach langen Diskussionen über Rampe und Lift beginnt bald der Umbau des Buchloer Heimatmuseums. Was ansteht und was das für das Herbstprogramm bedeutet.

  Von Alexandra Hartmann

Buchloe Sind die Stufen zur Eingangstür überwunden, warten gleich zwei weitere steile Treppen. Der Weg in den Schrannenboden des Buchloer Heimatmuseums ist beschwerlich. So beschwerlich, dass viele ältere Menschen ihn gar nicht erst auf sich nehmen und den Ausstellungen und Vorträgen fernbleiben. Das berichtet Herbert Wintersohl, Vorsitzender des Heimatvereins, der das Museum betreibt. Für Rollstuhlfahrer sind die zwei Stockwerke sogar eine unüberwindbare Hürde. Doch das soll sich bald ändern: Das Heimatmuseum macht sich auf den Weg in Richtung „Museum für alle“. Dafür müssen die Veranstaltungen zwischenzeitlich ausweichen.

„Der Aufzug treibt den Heimatverein schon ewig um“, sagt Wintersohl bei einem Besuch im Museum. Er wünscht sich den Einbau, um auch Menschen mit Einschränkungen den Besuch der oberen Etagen zu ermöglichen sowie den Mitgliedern den Transport schwerer Ausstellungsstücke zu erleichtern.

Die Planungskosten dafür seien sogar schon seit Jahren im städtischen Haushalt eingestellt. Doch die Umsetzung ließ auf sich warten. Als der Außenaufzug im Rathaus eingebaut wurde, keimte die Idee eines ähnlichen Modells fürs Museum wieder auf. Der Einbau sei aus Sicht der Stadt jedoch nicht möglich gewesen, da man dafür den Dachstuhl umbauen müsste, was zu teuer geworden wäre.

Wie Wintersohl erklärt, wurde jedoch eine Alternative gefunden: ein Lift. Da sich der kleine Fahrkorb an einer Spindel oder hydraulisch nach oben bewegt, sei kein Maschinenraum oberhalb und kein Schacht unterhalb nötig. Der Lift mit den Maßen 1,40 auf 1,40 Meter ist für 500 Kilogramm zugelassen. Er sei weniger leistungsstark als ein Aufzug, aber dafür günstiger, so Wintersohl.

Bei einem Ortstermin verständigten sich Vertreter der Stadt Buchloe und des Heimatvereins sowie ein Architekt darauf, wo der Lift in dem historischen Gebäude eingebaut wird: Wegen der kurzen Wege fiel die Entscheidung auf den Raum neben dem Eingangsbereich. Im Schrannenboden kommt er neben dem Kamin an, sodass wenig Ausstellungsfläche verloren geht.

Nun nimmt das Vorhaben Fahrt auf. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde bekannt gegeben, dass der Lift noch in diesem Jahr eingebaut werden soll. Das trifft auch auf die Rampe zum Eingangsbereich zu. Über deren Länge wurde in der Vergangenheit viel diskutiert. „An den zehn Metern kommen wir nicht vorbei“, so Wintersohl. Die Rampe dürfe nämlich nicht zu steil sein. Der Architekt bezifferte die Kosten des Projekts mit 250.000 Euro, wobei von der Städtebauförderung 60 Prozent davon erwartet werden. Farbiges Klebeband markiert den künftigen Standort des Lifts bereits. Auf den drei Etagen wurden schon quadratische Löcher in den Boden geschnitten, um herauszufinden, was sich dort verbirgt: verschiedene Schichten Holz, Dämmung, Steine als Schallschutz. Die Vorarbeiten sind abgeschlossen.

Für das Herbstprogramm im Heimatmuseum bedeutet das: Ein neuer Ort muss her. „Dankenswerterweise haben wir eine Alternative im Kolpinghaus gefunden“, so Wintersohl. Einige Vorträge und Veranstaltungen werden dort stattfinden (siehe Infokasten). Das Museum wolle er regulär sonntagnachmittags öffnen – allerdings mit Vorbehalt.

Alle Fotos: Alexandra Hartmann


ℹ️ Update:

Lift und Rampe sind seit Juli 2026 fertiggestellt und in Betrieb. Ein ausführlicher Bericht folgt.


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