Geschichte Buchloes

Von der Ortsgründung bis 1600

um 750 dürfte die Ortsgründung erfolgt sein, ausgehend von der alemannischen Urmark Wiedergeltingen. Urkunden darüber liegen nicht vor.
um 1120 erste urkundliche Erwähnung, als eine edle Dame namens Bertha dem Kloster Rottenbuch ihre Güter zu Buchelon und die dazugehörigen Leibeigenen übergab. 
Die Wortbedeutung des Ortsnamens ist erklärbar aus den frühen Schreibweisen für Buchloe, ursprünglich „ze den buoch-lôhun“, das heißt: bei den lichten Buchenwäldern. 
vom 12. Jh. bis um 1300 Sitz der „Mannen von Buchloe“, das waren welfische, dann staufische Ministerialen, Dienstleute niederen Adels, die in einer kleineren Burg wohnten.



Um 1150 Bau der Stephanskirche.

Im 13. Jh. zur Herrschaft Kemnat (bei Kaufbeuren) gehörig.
Zwischen 1273 und 1283 erwirkt Volkmar der Weise von Kemnat bei König Rudolf von Habsburg die Erhebung Buchloes zur Stadt.



1299 Heinrich von Kemnat, genannt der Hattenberger, verkauft Buchloe an das Zisterzienserkloster Stams in Tirol.



1311 Kloster Stams verkauft Buchloe an den Bischof von Augsburg. Das Hochstift Augsburg besitzt den Ort bis zur Säkularisation 1803.



1354 verleiht Karl IV. das Marktrecht und den Blutbann, Buchloe wird dadurch zum Sitz eines Hochgerichts mit Stock und Galgen.

1363 verleiht Karl IV. den Bürgern der Stadt „Puchelon“ das Recht der Bürger zu Füssen.

Im 14. und 15. Jh. verpfändet der Bischof wiederholt Buchloe. Der Stadtrang gerät in Vergessenheit.

1450 bestimmt der Augsburger Bischof und Kardinal Peter von Schaumberg Buchloe zum Sitz eines Pflegamts, eine mittlere Verwaltungsbehörde mit Steuer- und Gerichtsfunktionen. Die Herren von Bollstadt regieren im 16. Jahrhundert als bischöfliche Vögte und Richter den Ort und den zugehörigen Amtsbezirk.

1517 richtet ein Brandunglück schwere Schäden an.




1525 im Bauernkrieg Stützpunkt und Versammlungsort des „Buchloer Haufens“ unter Führung von Sebastian Bader. Auf Befehl Herzog Ludwigs von Bayern wird der Ort an den sog. „Roten Ostern“ durch Feuer fast vollständig vernichtet. 

1533 ereignet sich schon wieder eine Brandkatastrophe.

1546 Eroberung im Schmalkaldischen Krieg durch protestantischen Sebastian Schertlin von Burtenbach.

1584 Verwüstungen durch den vierten Großbrand im 16. Jahrhundert.

1586 Errichtung einer „Wollfabrik“ (Wollspinnerei) als Arbeits- und Verdienstmöglichkeit für arme Leute, veranlasst durch Vogt Sebastian Reiter. 





von 1600 bis 1900

Um 1620 zählt man etwa 660 Einwohner.

1623 Erneuerung der Markt- und Hochgerichtsprivilegien durch Kaiser Ferdinand II.

1628 und 1635 viele Pesttote in den Elendszeiten des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648).

1632 und 1634 Kriegsschäden durch schwedische und kaiserliche Truppen. 

Um 1635 Vereinigung der Pflegen Buchloe und Helmishofen, der Sitz des Hauptpflegamts ist in Buchloe, verbunden damit ist die „Straßvogtei“, dies meint die Wahrnehmung hochgerichtlicher Befugnisse im Bereich der sog. Hochstraße (in Richtung Kaufbeuren – Füssen). 

1673 Verlegung des Pflegamtssitzes nach Schloß Koneberg bei Jengen (bis 1729).



1722 bis 1725 Bau des Zucht- und Arbeitshauses des schwäbischen Kreisviertels auf dem Platz der abgebrochenen Wollfabrik. 



1728 bis 1729 Neubau des Pflegamtsgebäudes (später das Amtsgericht, jetzt Polizeigebäude) durch Johann Georg Fischer (1673 bis 1747).



1729 bis 1730 Neugestaltung der Pfarrkirche im Barockstil durch Baumeister Franz Kleinhans nach Plänen Johann Georg Fischers.



1744 Einrichtung einer Poststation der Thurn- und Taxis-Reichspost im Gasthaus „Post“.

1796 „Condéer“ (königstreue französische Soldaten) verwüsten Buchloe nach der verlorenen Schlacht bei Oberkammlach. Im gleichen Jahr Plünderungen durch Truppen der französischen Republik.



1803 fällt infolge der Säkularisation das Hochstift Augsburg und damit Buchloe an das Kurfürstentum Bayern, das 1806 Königreich wird. Aufhebung des bischöflichen Pflegamts Buchloe. Der Markt mit etwa 900 Einwohnern wird Sitz von Landgericht und Rentamt (Finanzamt).

1817 dem neu errichteten Oberdonaukreis zugeordnet, Hauptstadt Augsburg.

1837 Vergrößerung des Oberdonaukreises und Umbenennung in Kreis Schwaben und Neuburg, Vorläufer des Regierungsbezirks Schwaben, zu dem Buchloe gehört.



1847 Eröffnung der Bahnstrecke Augsburg – Kaufbeuren. Buchloe wird Bahnstation an der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn, ein wesentlicher Beitrag zum Wachstum des Ortes.

1852/1853 zählt man genau 169 Familien, 995 Einwohner und 189 Häuser
Ab etwa 1860 Ortsentwicklung westlich der Gennach hin zum Bahnhof.

1862 Trennung von Justiz und Verwaltung, Auflösung des Landgerichts Buchloe. Eingliederung in das neu errichtete Bezirksamt (seit 1939 Landkreis) Kaufbeuren. Das Landgericht als Justizbehörde, seit 1879 Amtsgericht genannt, bleibt bis 1973 in Buchloe.



1873 Erweiterung des Bahnhofs durch die Bahnlinie München – Memmingen und Neubau des Bahnhofsgebäudes.

1895 Bau der Bahnunterführung an der Mindelheimer Straße

1895 Erster Gottesdienst für Protestanten im Sitzungssaal des alten Rathauses mit Reiseprediger Müller; Gründung eines Evangelischen Vereines in Buchloe

1898 Bau des Postgebäudes.




von 1900 bis Heute

1903 Katharina Konle lässt das Schloss Rio erbauen

1906 gibt sich der Markt Buchloe eine städtische Magistratsverfassung.



1907 bis 1908 Neubau von Rathaus und Schule

1909 zählt man 2589 Einwohner, von denen nur noch ein Drittel in der Landwirtschaft tätig ist, die übrigen Beschäftigten sind Handwerker, Arbeiter, Angestellte, Beamte, Handel- u. Gewerbetreibende.

1914 bis 1918 Erster Weltkrieg.



1926 Franz Xaver Huber verlegt den Sitz seiner 1909 gegründeten Firma nach Buchloe.

1929 Aufhebung des Finanzamtes Buchloe, Zuteilung zum Finanzamt Kaufbeuren. 



1934 bis 1935 Bau der Evangelischen Kirche.

1937 wird durch die Oberpostdirektion Augsburg das Verstärkeramt in der Angerstraße errichtet. 

1937 bis 1938 Erweiterung der katholischer Pfarrkirche

1939 bis 1945 Zweiter Weltkrieg.



1948 Alexander Moksel errichtet einen Schlachthof an der Eschenlohstraße (heutige Alexander Moksel-Straße).

1950 Bevölkerungsanstieg auf 5224 Einwohner (1939: 2832), davon 1773 Heimatvertriebene.



1953/54 Errichtung des Krankenhauses St. Josef und des Kreisaltenheimes.

20. April 1954 Stadterhebung wegen des Wirtschaftswachstums, der Bevölkerungsstruktur und der Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt.
Stadtwappen: Gespalten von Rot und Weiß (Farben des Hochstifts Augsburg), in der Form eines spätgotischen Schildes.

1954 Errichtung der neuen Volksschule (jetziges südliches Grundschulgebäude).

1954 Neubau des Kolpinghausesin der Höllgasse (jetzt Kolpingstraße)

1954 Gründung der Mittelschule



1957 Eröffnung der Schwabenhalle für Viehauktionen am Immleplatz
1957 Errichtung der neuen Realschule (jetziges nördliches Grundschulgebäude).

1966 Neubau eines Feuerwehrgerätehauses an der Schrannenstraße



1968 Abbruch des Bahnhofsgebäudes und Errichtung eines Flachbaus



1971 Eingemeindung der Gemeinde Lindenberg.



1972 Eingemeindung der Gemeinde Honsolgen mit Hausen.

1972 entsteht aus den Landkreisen Kaufbeuren, Marktoberdorf und Füssen der Landkreis Ostallgäu, dem Buchloe seither angehört. 

1972 – 1974 Neubau des Kindergartens „Don Bosco“ an der Weichter Straße

1973 Abbruch des alten Wasserturms und Neubau daneben



1973 – 1975 Errichtung der neuen Hauptschule mit Dreifachturnhalle und Hallenbad.

1976 – 1979 Renovierung der Stephanskirche mit Neubau des 1936 abgebrochenen Kirchturms.

1978 Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe, bestehend aus den Mitgliedsgemeinden Buchloe, Jengen, Lamerdingen und Waal.



1981/1982 Errichtung der neuen Realschule an der Kerschensteinerstraße

1982 bis 1984 Bau der „Rid“-Kapelle „Zum kostbaren Blut Christ“ nach einer Feldkreuz-Schändung

1984 Neubau der Schwabenhalle für Viehauktionen im Buchloer Westen

1985 Städtepartnerschaft mit Cesson (Frankreich).

1989 bis 1990 Um- und Ausbau der Bahnhofstraße zur zentralen Einkaufsstraße.
1991 Ankauf der alten Raiffeisenbank durch die Stadt Buchloe zur Nutzung als Museumsgebäude.



10.12.1991 Der in Buchloe aufgewachsene Physikwissenschaftler Professor Erwin Neher erhält zusammen mit Bert Sakmann in Stockholm den Medizin-Nobelpreis überreicht.



1991/1992 Neubau des Kindergartens „St. Antonia“, finanziert von den Buchloer Ehrenbürgern Antonia und Alexander Moksel.

1992 bis 1993 Umbau des Freibades zu einem Erlebnisbad.

1997 zählt Buchloe etwa 10.000 Einwohner.

1997 Eröffnung des Heimatmuseums in der ehemaligen Schranne

1998 Neubau eines Jugendzentrums an der Justus-Liebig-Straße.

1999 Im 20. Jh. stieg die Zahl der Bevölkerung fast um das Sechsfache:
Von 1935 Einwohnern im Jahr 1900 auf nunmehr 11 000.



2001 bis 2002 Kirchenneubau „Haus der Begegnung“ in Buchloe-West.

2002 Gründung eines Fördervereines zum Erhalt des Armenhauses in Lindenberg.



2005/2006 Neubau der Meinrad-Spieß-Grundschule im Westen von Buchloe.

2009 Gymnasium für Buchloe genehmigt.

2010 – 2011 Abbruch des Kindergartens „Don Bosco“ und Neubau mit einer Kinderkrippe.



2011 Erste Pionierklassen des Buchloer Gymnasiums.

27.09.2013 Einweihung des neuen Gymnasiums Buchloe mit Ministerpräsident Horst Seehofer.

2016 Neue Storchenkinder-Kindertagesstätte.

2017 Neues Bahnhofsgebäude, Volkshochschule und Stadtbücherei in das ehemalige generalsanierte Postgebäude.

2018 Neue Kindertagesstätte „Buchloer Gennachspatzen“.

Zusammenstellung:
Ulrich Müller und Herbert Sedlmair